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EN50155-Normanalyse: Unbedingt lesen für die Auswahl von Stromversorgungen für den Schienenverkehr
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EN50155-Normanalyse: Unbedingt lesen für die Auswahl von Stromversorgungen für den Schienenverkehr
03.04.2026
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Weltweit erleben Schienenverkehrssysteme eine beispiellose Modernisierung, wobei die Erwartungen der Fahrgäste an Konnektivität und Komfort Rekordhöhen erreichen. Kern dieser Transformation ist eine entscheidende technische Grundlage: die Energieinfrastruktur, die einen sicheren und zuverlässigen Zugbetrieb gewährleistet. Das Verständnis der Norm EN 50155 ist daher für alle Beteiligten an der Auswahl unerlässlich geworden.Schienenstromlösungenoder USB-Ladelösungen für die Bahn, da diese europäische Spezifikation die grundlegenden Anforderungen an alle in Schienenfahrzeugen installierten elektronischen Geräte definiert.

Wichtigste Erkenntnisse

  • EN50155 ist die europäische Norm für elektronische Geräte, die in Bahnanwendungen eingesetzt werden, und entspricht der internationalen Norm IEC 60571.

  • Eisenbahn-Stromversorgungssysteme müssen in einem Spannungsbereich von minus dreißig Prozent bis plus fünfundzwanzig Prozent der Nennwerte funktionieren und einen Überspannungsschutz bis zu 1800 V aufweisen.

  • Die Anforderungen an die Betriebstemperatur reichen für die meisten Bahnumgebungen von minus vierzig Grad Celsius bis plus fünfundachtzig Grad Celsius.

  • Leistungsmodule müssen gemäß den Prüfprotokollen der EN 61373 kontinuierlichen Stößen und Vibrationen standhalten.

  • Die Einhaltung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) gemäß EN 50121-3-2 gewährleistet, dass Geräte keine Störungen kritischer Bahnsysteme verursachen.

  • Zertifizierte Stromversorgungslösungen und USB-Ladelösungen für die Bahn schützen Investitionen und gewährleisten die Sicherheit der Fahrgäste.

  • Die Ausrüstung muss unter kontinuierlichen Bahnbetriebsbedingungen eine Mindestnutzungsdauer von 20 Jahren nachweisen.

EN50155 verstehen: Die Grundlage der Normen für Eisenbahnantriebe

Die Norm EN 50155 legt umfassende Anforderungen an elektronische Geräte in Schienenfahrzeugen fest. Diese vom Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) entwickelte Spezifikation berücksichtigt die besonderen Herausforderungen im Bahnbetrieb, wo die Geräte extremen Temperaturschwankungen, ständigen Vibrationen, instabiler Stromversorgung und elektromagnetischen Störungen durch Hochleistungs-Traktionssysteme ausgesetzt sind.

Im Gegensatz zu herkömmlichen industriellen oder kommerziellen Stromversorgungsanlagen erfordern Bahnanwendungen eine außergewöhnliche Zuverlässigkeit. Die Stromversorgungssysteme von Zügen müssen unabhängig von der Betriebsumgebung – arktische Bedingungen oder Wüstenhitze, gleichmäßige Hochgeschwindigkeitsfahrten oder abrupte Rangiervorgänge – zuverlässig funktionieren. Die Norm trägt diesen Anforderungen Rechnung, indem sie strenge Testverfahren und Leistungskriterien definiert, die die Geräte vor dem Einsatz erfüllen müssen.

Für Beschaffungsteams, die Stromversorgungslösungen für Schienenfahrzeuge bewerten, ist die Einhaltung der Norm EN 50155 die grundlegende Voraussetzung. Produkte ohne diese Zertifizierung kommen für moderne Bahnanlagen nicht infrage, da sie die für diese anspruchsvolle Einsatzumgebung unerlässliche Langlebigkeit und Sicherheit nicht nachweisen können.

USB-Ladelösung für die Bahn

Anforderungen an die Stromversorgung im Eisenbahnwesen: Was Käufer wissen müssen

Weltweit nutzen Bahnsysteme batteriebasierte Stromversorgungssysteme mit Standardnennspannungen von 24 V, 36 V, 48 V, 72 V, 96 V und 110 V. Die gängigsten Systeme arbeiten mit 24 V, 72 V oder 110 V. Dies sind jedoch nur Nennwerte. Die tatsächliche Spannung, die elektronischen Geräten zur Verfügung steht, schwankt im Normalbetrieb erheblich.

Die Norm EN 50155 legt fest, dass Spannungswandler in einem kontinuierlichen Betriebsspannungsbereich von 70 % bis 125 % der Nennspannung einwandfrei funktionieren müssen. Ein 72-V-System muss beispielsweise den Betrieb von Geräten im Spannungsbereich von 50,4 V bis 90 V ohne Leistungseinbußen gewährleisten. Diese große Toleranz berücksichtigt Batterieentladezyklen, Spannungsabfälle unter hoher Last und Spannungsanstiege beim regenerativen Bremsen.

Nennspannung (VN)Kontinuierlicher BetriebsbereichKurzzeitiger SpannungsabfallVorübergehender Spannungsstoß
24 V16,8 V – 30 V14,4 V (100 ms)33,6 V (1 Sekunde)
72 V50,4 V – 90 V43,2 V (100 ms)100,8 V (1 Sekunde)
110 V77 V – 137,5 V66 V (100 ms)154 V (1 Sekunde)

Neben der Toleranz gegenüber kontinuierlichen Spannungsschwankungen fordert die Norm, dass Geräte kurzzeitige Spannungsabfälle auf 60 % der Nennspannung für bis zu 100 Millisekunden aushalten. Beim Batteriestart müssen die Geräte kurzzeitige Spannungsspitzen von bis zu 140 % der Nennspannung für eine volle Sekunde überstehen. Diese kurzzeitigen Spannungsspitzen treten im normalen Bahnbetrieb regelmäßig auf und stellen einige der extremsten elektrischen Belastungen im gesamten Transportwesen dar.

Für USB-Ladelösungen im Bahnbereich fließen diese Spannungsanforderungen direkt in die Produktentwicklung ein. Ein an ein 72-V-Batteriesystem der Bahn angeschlossenes USB-Leistungsmodul muss über einen Eingangsschutz verfügen, der Spannungsspitzen über 100 V abfangen und gleichzeitig eine stabile USB-Ausgangsspannung von 5 V oder 20 V im gesamten Eingangsspannungsbereich von 50,4 V bis 90 V gewährleisten kann. Produkte, die für Standardanwendungen in der Industrie konzipiert sind, können diese Spezifikationen in der Regel ohne erhebliche technische Anpassungen nicht erfüllen.

Temperaturklassifizierung und Umweltresilienz

Eisenbahnfahrzeuge und -ausrüstung arbeiten in einer der thermisch anspruchsvollsten Umgebungen des Transportsektors. Züge fahren von kalten Regionen, in denen die Morgentemperaturen minus 40 Grad Celsius erreichen, in heiße Klimazonen, in denen die Kabinentemperaturen nachmittags über 70 Grad Celsius liegen. Elektronische Geräte, die in der Nähe von Fenstern, unter Sitzen oder in Geräteabteilen montiert sind, sind aufgrund von Sonneneinstrahlung und mangelhafter Belüftung noch extremeren Bedingungen ausgesetzt.

Die Norm EN 50155 definiert verschiedene Temperaturklassen, wobei die meisten Anwendungen im Schienenpersonenverkehr die Einhaltung der Klasse T1 erfordern. Diese Klassifizierung schreibt den Betrieb von Geräten bei Umgebungstemperaturen von -40 °C bis +70 °C vor, wobei elektronische Bauteile auf Leiterplatten Temperaturen von -40 °C bis +85 °C ausgesetzt sein können. Einige Anwendungen, insbesondere solche in Geräteschränken oder in der Nähe von wärmeerzeugenden Maschinen, müssen sogar noch höhere Temperaturanforderungen erfüllen.

Die Temperaturprüfung nach der Norm ist streng. Die Geräte werden unter Volllast einem Temperaturzyklus zwischen Extremtemperaturen unterzogen. Der Test stellt nicht nur die Funktionsfähigkeit des Geräts sicher, sondern auch, dass alle Leistungsparameter über den gesamten Temperaturbereich innerhalb der Spezifikationen bleiben. Für USB-Lademodule bedeutet dies die Gewährleistung einer präzisen Spannungsregelung und Stromabgabe, unabhängig davon, ob sie in einem gekühlten Eisenbahnwaggon in der Arktis oder in einem sonnenverwöhnten Wüstenfahrzeug installiert sind.

Die Feuchtigkeitsbeständigkeit ist ebenso entscheidend. Die Norm verlangt, dass Geräte über längere Zeiträume einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95 % bei 40 °C standhalten. Dies simuliert die Kondensationsbedingungen, die auftreten, wenn kalte Geräte in warme, feuchte Umgebungen gebracht werden. Für Anwendungen im Küstenbahnverkehr können Salzsprühnebeltests erforderlich sein, die eine zusätzliche Umweltqualifikationsebene darstellen.

USB-Ladelösung für die Bahn

Mechanische Robustheit: Anforderungen an Stoß- und Vibrationsfestigkeit

Die Bahnanlagen sind ständigen Vibrationen und gelegentlichen starken Stößen ausgesetzt. Gleisunebenheiten, Radaufprall, Kupplungsvorgänge und Notbremsungen erzeugen mechanische Belastungen, die weit über die in stationären Anlagen auftretenden hinausgehen. Die Norm EN 50155 trägt diesen Herausforderungen Rechnung, indem sie auf die umfassende Norm EN 61373 für Stoß- und Schwingungsprüfungen verweist.

Diese ergänzende Norm definiert vier Geräteklassen basierend auf dem Montageort. Kategorie 1 Klasse B stellt die anspruchsvollsten Anforderungen dar und gilt für Geräte, die an der Wagenkastenstruktur montiert sind, wo Vibrationen und Stöße am stärksten auftreten. Geräte dieser Kategorie müssen sinusförmigen Schwingungsprüfungen im Frequenzbereich von 0,5 Hz bis 150 Hz standhalten, wobei für jedes Frequenzband spezifische Beschleunigungswerte definiert sind. Zufallsschwingungsprüfungen stellen eine weitere Qualifizierungsebene dar und simulieren das komplexe Schwingungsspektrum, das im Bahnbetrieb auftritt.

Die Stoßprüfung ist ebenso anspruchsvoll. Die Geräte müssen Stößen mit Beschleunigungen von bis zu 5G in mehreren Achsen standhalten. Diese Kräfte simulieren die Belastungen, die beim Rangieren mit gekoppelten leeren Personenwagen auftreten. Bei unter Sitzen oder in Wandpaneelen montierten Stromversorgungslösungen für Schienenfahrzeuge treten diese Stoßereignisse regelmäßig während der gesamten Lebensdauer des Produkts auf.

Viele Anbieter von USB-Ladelösungen für die Bahn vergießen ihre Leistungsmodule mit wärmeleitenden Vergussmassen, um diese mechanischen Anforderungen zu erfüllen. Das Vergussmaterial dämpft Vibrationen der internen Komponenten und verbessert gleichzeitig das Wärmemanagement. Dieser in der Militär- und Luftfahrtelektronik gängige Konstruktionsansatz hat sich als Standardpraxis für hochwertige Stromversorgungsprodukte der Bahn etabliert.

Elektromagnetische Verträglichkeit im Eisenbahnumfeld

Eisenbahnfahrzeuge zählen zu den elektromagnetisch belastendsten Umgebungen im modernen Verkehr. Fahrmotoren mit einem Stromverbrauch von Tausenden von Ampere, Oberleitungen mit Spannungen von bis zu 25.000 Volt, Wechselrichter mit hohen Schaltfrequenzen sowie Smartphones und Laptops der Fahrgäste erzeugen elektromagnetische Störungen. Die in Zügen installierten Geräte müssen diesen Störungen widerstehen und dürfen selbst keine Störungen verursachen.

Die Norm EN 50155 schreibt die Einhaltung der EMV-Norm EN 50121-3-2 vor, welche spezifische Grenzwerte für abgestrahlte und leitungsgebundene Störungen festlegt. Die Norm berücksichtigt, dass beengte Platzverhältnisse in Bahnanlagen häufig eine Montage von Geräten in unmittelbarer Nähe erfordern, wodurch das Risiko elektromagnetischer Störungen zwischen den Systemen steigt. Produkte müssen daher in definierten Frequenzbereichen Immunität gegen elektromagnetische Felder, elektrostatische Entladungen, Spannungsspitzen und Hochfrequenzstörungen nachweisen.

Für USB-Lademodule und andere Stromversorgungslösungen im Bahnverkehr erfordert die Einhaltung der EMV-Vorschriften in der Regel ein sorgfältiges Leiterplattenlayout, Abschirmung und Eingangs-/Ausgangsfilterung. Premiumprodukte verfügen über Gleichtakt- und Gegentaktfilter an allen Stromeingängen, Entstörkomponenten an den Datenleitungen und Metallgehäuse, die eine durchgängige elektromagnetische Abschirmung gewährleisten. Diese Konstruktionsmerkmale schützen sowohl das Leistungsmodul selbst als auch die angeschlossenen Geräte vor den starken elektromagnetischen Feldern im Bahnverkehr.

Die Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) erfordert spezielle Ausrüstung in kontrollierten Laborumgebungen. Produkte werden in reflexionsarmen Kammern auf abgestrahlte Emissionen, mit Spektrumanalysatoren auf leitungsgebundene Emissionen und auf Störfestigkeit geprüft. Bei der Störfestigkeitsprüfung muss die einwandfreie Funktion der Produkte auch bei gezielter elektromagnetischer Beeinflussung gewährleistet sein. Von Drittanbietern akkreditierte Prüflaboratorien für EMV-Prüfungen im Bahnbereich liefern die für die Zertifizierung erforderliche unabhängige Bestätigung.

Brandschutz- und Materialanforderungen

Die Sicherheit der Fahrgäste hat bei allen Bahnanwendungen höchste Priorität, und der Brandschutz ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Sicherheitskonzepts. Während die Norm EN 50155 die allgemeinen Anforderungen an die Ausrüstung regelt, fällt der Brandschutz im Bahnverkehr primär unter die Normenreihe EN 45545. Moderne Stromversorgungsprodukte für den Schienenverkehr müssen Materialien enthalten, die den für ihren Einbauort im Fahrzeug geltenden Brandschutzanforderungen entsprechen.

Kunststoffgehäuse und interne Komponenten müssen aus Materialien mit entsprechender Brennbarkeitsklasse bestehen, typischerweise UL94 V-0 für Bahnanwendungen. Diese Klasse besagt, dass das Material bei Flammeneinwirkung innerhalb bestimmter Zeiträume selbstverlöschend ist und so die Brandausbreitung verhindert. Kabelisolierungen, Vergussmassen und Klebstoffe müssen ebenfalls definierte Brandschutzkriterien erfüllen.

Neben der Materialauswahl tragen auch elektrische Konstruktionsmerkmale zur Brandsicherheit bei. Eine angemessene Strombegrenzung, thermische Schutzschaltungen und Sicherungen verhindern, dass sich elektrische Fehler zu Brandgefahren ausweiten. Hochwertige Stromversorgungsprodukte für Bahnanlagen verfügen über mehrere Schutzebenen und gewährleisten so, dass selbst Ausfälle einzelner Komponenten keine Gefahren für Fahrgäste und Personal verursachen.

Bereit für zuverlässige Stromversorgungslösungen für Bahnstrecken?

Die Auswahl konformer Stromversorgungs- und USB-Ladelösungen für Bahnstrecken erfordert die Zusammenarbeit mit Herstellern, die die Anforderungen der EN 50155 verstehen und über die notwendige Entwicklungskompetenz zur Bereitstellung zertifizierter Produkte verfügen. Glob-el ist auf Stromversorgungsmodule in Bahnqualität spezialisiert und blickt auf über 35 Jahre Erfahrung in Transportanwendungen weltweit zurück.

Das Unternehmen verfügt über umfassende Testkapazitäten und zahlreiche internationale Zertifizierungen, darunter CE, UL, VDE und CB. Mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsteams und einer 58.000 Quadratmeter großen Produktionsstätte bietet Glob-el die vollständige Anpassung von Stromversorgungs- und Lademodulen für Bahninnenausstattungen – vom ersten Konzept bis zur Serienproduktion.

Ob es um die Spezifizierung von USB-Lademodulen für Armlehnen in Fernzügen, die Entwicklung integrierter Strom- und Datenknotenpunkte für U-Bahn-Systeme oder die Beschaffung zuverlässiger Schuko-Steckdosen für internationale Schienenfahrzeuge geht – das Ingenieurteam von Glob-el bietet technische Beratung, die auf bewährter Fertigungskompetenz basiert.

Isolations- und elektrische Sicherheitsstandards

Die elektrische Trennung zwischen Eingangs- und Ausgangskreisen ist grundlegend für die Sicherheit der Stromversorgung im Bahnverkehr. Die Norm EN 50155 fordert eine verstärkte oder doppelte Isolierung zwischen der Batteriespannung des Bahnsystems und allen für den Benutzer zugänglichen Stromkreisen, um Fahrgäste und Personal vor Stromschlägen zu schützen. Für USB-Lademodule, die an 72-V- oder 110-V-Bahnsystemen betrieben werden, bedeutet dies Trennbarrieren, die Prüfspannungen von 3000 V oder höher standhalten können.

Hochspannungsprüfungen (Hi-Pot-Prüfungen) gewährleisten die Integrität der Isolation. Während der Produktionsprüfung legen die Hersteller Spannungen deutlich über den Betriebsspannungen zwischen Eingangs- und Ausgangskreisen an, um sicherzustellen, dass die Isolation die Bahnspannung auch im Fehlerfall sicher aufnehmen kann. Premium-Hersteller führen an jedem produzierten Gerät eine hundertprozentige Hi-Pot-Prüfung mit 3,75 kV AC über drei Sekunden durch und übertreffen damit die Mindestanforderungen der Norm, um maximale Sicherheitsmargen zu gewährleisten.

Die Kriech- und Luftstrecken auf Leiterplatten müssen den Spezifikationen der EN 50124-1 entsprechen, um einen ausreichenden physischen Abstand zwischen Leitern mit unterschiedlichen Spannungen zu gewährleisten. Diese Anforderungen berücksichtigen die Möglichkeit der Ansammlung leitfähiger Verunreinigungen auf den Leiterplatten während des jahrelangen Betriebs in staubigen Bahnumgebungen. Ein korrekter Abstand verhindert Spannungsdurchschläge und gewährleistet die elektrische Sicherheit über die gesamte Lebensdauer des Produkts.

Toleranz gegenüber Stromausfällen und Spannungsabfällen

In Bahnstromverteilungssystemen kommt es im Normalbetrieb zu kurzzeitigen Unterbrechungen und Spannungseinbrüchen. Diese Ereignisse treten bei Umschaltungen der Stromquelle, beim Betätigen von Leistungsschaltern und bei Fehlerbehebungssequenzen auf. Elektronische Geräte müssen diese Unterbrechungen problemlos überstehen, ohne sich zurückzusetzen oder ihren kritischen Betriebszustand zu verlieren.

EN 50155 definiert drei Versorgungsunterbrechungsklassen. Klasse S1 verlangt, dass Geräte einen Spannungsabfall auf null für bis zu einer Millisekunde ohne Leistungseinbußen tolerieren. Klasse S2 erweitert diese Anforderung auf zehn Millisekunden, während Klasse S3 eine Ausfalltoleranz von zwanzig Millisekunden fordert. Die meisten Fahrgastinformationssysteme, Lichtsteuerungen und USB-Ladeanwendungen müssen mindestens die Spezifikationen der Klasse S2 erfüllen.

Um diese Leistungsfähigkeit zu erreichen, ist ein erheblicher Energiespeicher im Stromrichter erforderlich, typischerweise durch Stützkondensatoren, die so dimensioniert sind, dass sie die Ausgangsspannung während der vorgegebenen Spannungsabfallzeit aufrechterhalten. Bei USB-Ladelösungen für Bahnstrecken mit einer Leistung von 30 W oder mehr hat dieser Energiespeicherbedarf erhebliche Auswirkungen auf Größe und Kosten des Produkts. Dennoch ist diese Leistungsfähigkeit unerlässlich, um die Stromversorgung der Fahrgastgeräte auch bei kurzzeitigen Störungen im Stromnetz sicherzustellen.

Anforderungen an Langzeitzuverlässigkeit und Lebensdauer

Eisenbahnfahrzeuge sind jahrzehntelang im Dauereinsatz, wobei Personenwagen in der Regel dreißig Jahre oder länger genutzt werden. Die in diesen Fahrzeugen verbauten elektronischen Geräte müssen eine außergewöhnliche Langlebigkeit aufweisen, da ein Austausch während der Nutzungsdauer sowohl kostspielig als auch betriebsbeeinträchtigend ist. Die Norm EN 50155 legt eine Mindestnutzungsdauer von zwanzig Jahren unter normalen Betriebsbedingungen fest.

Um diese lange Lebensdauer zu erreichen, sind eine sorgfältige Bauteilauswahl und ein effektives Wärmemanagement erforderlich. Elektrolytkondensatoren, die in der Leistungselektronik oft die Lebensdauer begrenzen, müssen für einen Betrieb bei 105 °C mit entsprechender Spannungsreduzierung ausgelegt sein. Halbleiterbauelemente müssen deutlich unterhalb ihrer maximalen Betriebstemperatur betrieben werden, um die Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Hersteller berechnen die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) mithilfe anerkannter Prognosemodelle und streben Werte von über 50.000 Stunden für kritische Anwendungen im Bahnstromsektor an.

Beschleunigte Lebensdauertests bestätigen diese Vorhersagen. Die Produkte werden über einen längeren Zeitraum bei erhöhten Temperaturen betrieben und gleichzeitig Leistungszyklen und elektrischer Belastung ausgesetzt. Dies simuliert jahrelangen Bahnbetrieb in komprimierter Form. Die Fehleranalyse aller während der Tests ausfallenden Komponenten liefert Feedback für Designverbesserungen und schafft so einen iterativen Optimierungsprozess, der die Langzeitzuverlässigkeit erhöht.

Die weltweite Akzeptanz der EN50155-Zertifizierung

Obwohl EN 50155 als europäischer Standard entwickelt wurde, hat er sich weltweit als Maßstab für die Qualifizierung elektronischer Ausrüstung im Schienenverkehr etabliert. Verkehrsbetriebe in Asien, dem Nahen Osten, Afrika und Amerika beziehen sich in ihren Beschaffungsspezifikationen regelmäßig auf diesen Standard, selbst wenn lokale Standards existieren. Diese weite Verbreitung spiegelt die umfassende Abdeckung des Standards und die strengen Prüfverfahren wider, die er erfordert.

Die internationale Entsprechung, IEC 60571, gewährleistet die Harmonisierung mit EN 50155 und erleichtert so den globalen Handel mit Bahntechnik. Hersteller, die international tätig sind, streben in der Regel beide Zertifizierungen an und weisen damit die Konformität mit der europäischen und der internationalen Version der Spezifikation nach. Dieser Ansatz der Doppelzertifizierung bietet maximalen Marktzugang und stärkt das Kundenvertrauen.

Konformitätsbewertungen werden von unabhängigen Zertifizierungsstellen durchgeführt, die von nationalen Normungsorganisationen akkreditiert sind. Diese unabhängigen Labore führen alle erforderlichen Prüfungen durch und stellen Zertifikate aus, die die Konformität bestätigen. Für Einkäufer ist es daher unerlässlich, vor der Freigabe eines Bahnstromprodukts für die Installation die aktuelle und gültige Zertifizierung durch eine anerkannte Prüfstelle zu überprüfen.

DerInternationale Elektrotechnische Kommission (IEC)unterhält umfassende Informationen zu Eisenbahnstandards und deren weltweiter Umsetzung. Detaillierte technische Spezifikationen finden Sie auf der offiziellen Website.IEC 60571-Standarddokumentationbietet die maßgebliche Referenz für die Anforderungen an elektronische Ausrüstung im Eisenbahnwesen.

Praktische Überlegungen für Beschaffungsteams

Bei der Auswahl von Anbietern für Stromversorgungslösungen und USB-Ladelösungen im Schienenverkehr sollten Einkäufer neben der grundlegenden Einhaltung der Norm EN 50155 auch andere wichtige Qualifikationen priorisieren. Fertigungserfahrung im Bereich Bahnanwendungen ist von entscheidender Bedeutung, da die Feinheiten der Normerfüllung oft erst nach jahrelanger Produktionserfahrung und praktischer Anwendung deutlich werden.

Fordern Sie detaillierte technische Dokumentationen einschließlich Prüfberichten von akkreditierten Laboren an, nicht nur Konformitätsbescheinigungen. Vollständige Prüfberichte belegen, dass die erworbene Produktkonfiguration die erforderlichen Prüfungen tatsächlich durchlaufen hat und nicht etwa eine Variante eines zertifizierten Designs darstellt, die möglicherweise nicht alle Spezifikationen erfüllt.

Prüfen Sie die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems des Herstellers. Die ISO 9001-Zertifizierung belegt ausgereifte Qualitätsprozesse, während die Umweltzertifizierung nach ISO 14001 das Engagement für nachhaltige Produktionspraktiken belegt. Für Anwendungen im Bahnbereich fordern einige Käufer zusätzlich die IRIS-Zertifizierung, einen branchenspezifischen Qualitätsmanagementstandard für die Bahnindustrie.

Prüfen Sie die technischen Supportleistungen des Herstellers. Bahnprojekte erfordern häufig kundenspezifische Konfigurationen, spezielle Montageanordnungen oder die Integration in bestehende Infrastrukturen. Anbieter mit eigenen Entwicklungsteams können Anwendungsunterstützung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg bieten – von der ersten Spezifikation über die Installation vor Ort bis hin zur langfristigen Wartung.

Zukünftige Entwicklungen bei Eisenbahnstromnormen

Die Bahntechnik entwickelt sich stetig weiter. Zunehmende Elektrifizierung, steigender Energiebedarf und wachsende Vernetzung führen zu neuen Anforderungen. Zukünftige Überarbeitungen der Norm EN 50155 werden voraussichtlich höhere Spannungen für die USB-Stromversorgung, Cybersicherheitsanforderungen für vernetzte Geräte sowie Energieeffizienzvorgaben im Sinne globaler Nachhaltigkeitsziele berücksichtigen.

Die zunehmende Verbreitung von USB-C Power Delivery mit Leistungen bis zu 100 W und darüber hinaus stellt Bahnanwendungen vor besondere Herausforderungen. Diese Hochleistungs-USB-Implementierungen müssen alle Anforderungen an Spannungstoleranz, Temperaturbeständigkeit und elektromagnetische Verträglichkeit im Bahnbetrieb erfüllen und gleichzeitig anspruchsvolle Leistungsverhandlungsprotokolle bereitstellen. Anbieter von USB-Ladelösungen der nächsten Generation für den Bahnbetrieb müssen diese widersprüchlichen Anforderungen in Einklang bringen.

Autonome und teilautonome Zugbetriebe stellen neue Anforderungen an Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit. Die Stromversorgungssysteme dieser fortschrittlichen Steuerungssysteme müssen möglicherweise noch strengeren Spezifikationen unterliegen als den aktuellen Normen, da jeder Ausfall die Fahrzeugsicherheit gefährden könnte. Diese Entwicklung wird die Weiterentwicklung der Normen für die Stromversorgung von Bahnfahrzeugen in den kommenden Jahren voraussichtlich vorantreiben.

Fazit: EN50155 als Grundlage für eine sichere Eisenbahnelektrifizierung

Für Organisationen, die in den Bereichen Eisenbahninfrastruktur, Fahrzeugherstellung oder Nahverkehr tätig sind, ist das Verständnis der Norm EN 50155 unerlässlich. Diese Norm definiert die Mindestanforderungen an die Leistung elektronischer Geräte in einem der anspruchsvollsten Anwendungsbereiche weltweit. Von Spannungstoleranz über extreme Temperaturen bis hin zu mechanischer Robustheit und elektromagnetischer Verträglichkeit – jeder Aspekt der Stromversorgung von Bahnanlagen wird von diesen Anforderungen beeinflusst.

Für Einkäufer, die Stromversorgungslösungen und USB-Ladelösungen für die Bahn auswählen, ist die Einhaltung der Norm EN 50155 eine unerlässliche Grundvoraussetzung. Produkte ohne entsprechende Zertifizierung können die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, die im modernen Bahnbetrieb gefordert sind, nicht gewährleisten. Produkte, die die Norm erfüllen oder übertreffen, bieten hingegen die Gewissheit, dass sie über Jahrzehnte hinweg zuverlässig funktionieren.

Investitionen in ordnungsgemäß zertifizierte Stromversorgungsinfrastruktur für Bahnstrecken zahlen sich durch geringeren Wartungsaufwand, niedrigere Ausfallraten, höhere Fahrgastzufriedenheit und verbesserte Betriebssicherheit aus. Mit dem weltweiten Ausbau der Bahnelektrifizierung und den steigenden Erwartungen der Fahrgäste an die Konnektivität an Bord wird die Bedeutung von EN50155-konformen Stromversorgungslösungen weiter zunehmen. Unternehmen, die der Einhaltung der Normen Priorität einräumen und mit erfahrenen Herstellern zusammenarbeiten, sichern sich langfristigen Erfolg in diesem wichtigen Transportsektor.

Häufig gestellte Fragen

Worin besteht der Unterschied zwischen EN50155 und IEC 60571?

EN 50155 ist die europäische Version, während IEC 60571 das internationale Äquivalent darstellt. Beide Normen sind harmonisiert und decken dieselben Anforderungen an elektronische Geräte in Schienenfahrzeugen ab, wodurch Produkte mit einer Zertifizierung nach einer der beiden Normen in den meisten globalen Märkten akzeptiert werden.

Warum sind USB-Lademodule für die Bahn teurer als Standard-USB-Ladegeräte?

Für den Bahnverkehr zugelassene USB-Module müssen extremen Spannungsschwankungen standhalten, in einem Temperaturbereich von minus 40 bis plus 85 Grad Celsius funktionieren, ständigen Vibrationen trotzen und volle elektromagnetische Verträglichkeit gewährleisten. Diese Anforderungen erfordern hochwertige Komponenten, umfangreiche Tests und eine spezielle Konstruktion, was die Herstellungskosten im Vergleich zu Produkten für Endverbraucher deutlich erhöht.

Können handelsübliche industrielle Stromversorgungen auch in Bahnanwendungen eingesetzt werden?

Nein. Industrielle Stromversorgungen sind in der Regel nicht für die in Bahnanlagen auftretenden starken Spannungsschwankungen, extremen Temperaturen, Stöße, Vibrationen und elektromagnetischen Störungen geeignet. Der Einsatz nicht zertifizierter Geräte birgt Ausfallrisiken, Sicherheitsrisiken und kann gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen.

Wie lange dauert die EN50155-Zertifizierung?

Die vollständige Zertifizierung dauert in der Regel drei bis sechs Monate nach der Produktentwicklung und umfasst Prüfungen der elektromagnetischen Verträglichkeit, Umwelttests, Überprüfung der elektrischen Sicherheit sowie die mechanische Qualifizierung. Der Zeitrahmen hängt von der Verfügbarkeit der Prüflaboratorien und davon ab, ob Konstruktionsänderungen zur Behebung von Testfehlern erforderlich sind.

Für welche Spannung sollten USB-Lademodule für Bahnstrecken ausgelegt sein?

Die meisten USB-Ladelösungen für den Personenverkehr im Schienenverkehr arbeiten mit 72-V- oder 110-V-Nennspannungen. Das Leistungsmodul muss im gesamten Spannungsbereich von 70 % bis 125 % funktionieren und kurzzeitige Spannungsspitzen bis zu 140 % überstehen. Dies erfordert typischerweise Eingangsspannungen von 50 V bis 154 V für ein 110-V-System.

Sind EN50155-zertifizierte Produkte für U-Bahn- und Stadtbahnanwendungen geeignet?

Ja. Die Norm EN 50155 deckt alle Arten von Schienenfahrzeugen ab, einschließlich Fern-, U-Bahn-, Stadt- und Straßenbahnsysteme. Produkte, die nach dieser Norm zertifiziert sind, erfüllen die Anforderungen für diese vielfältigen Anwendungen, wobei spezifische Projekte über die Basisnorm hinausgehende Spezifikationen erfordern können.

Wie können Käufer die Einhaltung der Norm EN50155 überprüfen?

Fordern Sie vollständige Prüfberichte von akkreditierten Drittlaboren an, nicht nur Zertifikate. Vergewissern Sie sich, dass das Prüflabor für Prüfungen nach Bahnnormen ordnungsgemäß akkreditiert ist. Bestätigen Sie, dass das von Ihnen erworbene Produktmodell und die Konfiguration mit der in den Berichten dokumentierten geprüften und zertifizierten Version übereinstimmen.

Welche Lebensdauer ist von EN50155-zertifizierten Leistungsmodulen zu erwarten?

Die Norm fordert eine Mindestnutzungsdauer von zwanzig Jahren unter normalen Bahnbetriebsbedingungen. Premiumhersteller konstruieren ihre Fahrzeuge mit einer mittleren Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) von über fünfzigtausend Stunden und gewährleisten so einen zuverlässigen Betrieb während der gesamten typischen dreißigjährigen Nutzungsdauer des Schienenfahrzeugmaterials.

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